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Versicherungen

Helsana und Barmer fordern höhere Mindestfallzahlen für stationäre Eingriffe

Stationäre Eingriffe erfolgen nicht immer mit der nötigen Routine. Zu diesem Schluss kommen Helsana und der deutsche Krankenversicherer Barmer mit ihrem gemeinsamen Report zum Einsatz von Mindestfallzahlen für stationäre Eingriffe. Der Report vergleicht die Regeln beider Länder und zeigt anhand der Versorgung mit Knieendoprothesen auf, dass höhere Fallzahlen zu besserer Qualität und mehr Effizienz führen. Helsana und Barmer fordern, dass die Überprüfung der Mindestfallzahlen in ihren Ländern verbessert und die Mindestfallzahlen ausgeweitet werden.

08.06.2021

Erfahrung zahlt sich bei stationären Eingriffen aus. Allerdings halten Krankenhäuser in der Schweiz und in Deutschland die Vorgaben für Mindestfallzahlen nicht konsequent ein. So wurden in Schweiz im Jahr 2018 an 5 200 Patientinnen und Patienten Operationen in Krankenhäusern vorgenommen, welche die Mindestfallzahlen zu diesen Eingriffen nicht erfüllten. Je nach Eingriff entspricht dies bis zu 27 Prozent der Patientinnen und Patienten. In Deutschland waren 2018 4 300 Patientinnen und Patienten betroffen, dies entspricht zwischen zwei und 15 Prozent der Patientinnen und Patienten. Das geht aus einem Report zum Einsatz von Mindestfallzahlen bei stationären Eingriffen hervor, den Helsana und der deutsche Krankenversicherer Barmer heute publizieren. Helsana und Barmer fordern daher, dass die Überprüfung der Auflagen zu Mindestfallzahlen in ihren Ländern verbessert werden sollte.

Höhere Mindestfallzahlen führen zu besseren Outcomes

Anhand der Versorgung mit Knieendoprothesen (Knie-TEP) untersuchten die Versicherer unter anderem, wie sich die in beiden Ländern festgesetzten Mindestfallzahlen auf die Ergebnisqualität auswirken. In der Schweiz liegt die Grenze je nach Kanton bei null bis 50, in Deutschland liegt sie bei 50. Die Kennzahlen zu Qualität und Effizienz zeigen deutliche Unterschiede in Abhängigkeit von den Fallzahlen pro Krankenhaus. Liegedauer und Kosten der Knie-TEP sowie Folgekosten sind niedriger, je mehr Fälle erbracht werden. Dies gilt auch für patientenorientierte Outcomes wie die kniespezifische Rehospitalisationsrate. In der Schweiz wurden drei Prozent der Eingriffe in Krankenhäusern vorgenommen, die weniger als 50 Fälle im Jahr verzeichneten. In Deutschland traf dies auf zwei Prozent der Eingriffe zu. Angesichts dieser Erkenntnisse müssen nach Ansicht von Helsana und Barmer die zuständigen Gremien die Mindestmengen für Knie-TEP höher ansetzen, um bessere Outcomes und niedrigere Kosten zu erzielen.

«Dank der wissenschaftlichen Kooperation mit der Barmer blicken wir über den Tellerrand unseres eigenen Gesundheitswesens hinaus. Internationale Vergleiche helfen immer, um die eigenen Strukturen, aber auch Stärken und Schwächen besser zu verstehen. Mit solchen Erkenntnissen lässt sich die Versorgung qualitativ und auch im Hinblick auf die Effizienz verbessern», konstatiert Helsana-CEO Roman Sonderegger.

Mindestfallzahlen sind in beiden Ländern als Qualitätskriterium anerkannt

Der Zusammenhang zwischen Fallzahlen und Ergebnisqualität ist insbesondere für komplexe chirurgische Eingriffe wissenschaftlich belegt. Obwohl Mindestfallzahlen in beiden Ländern als wichtiges Qualitätskriterium anerkannt sind, wurden sie bisher nur für einen relativ geringen Teil der stationären Leistungen vereinbart. In der Schweiz liegt der Kostenanteil der Behandlungen mit Mindestvorgabe aktuell bei 18 Prozent, in Deutschland liegt er unter drei Prozent. Helsana und Barmer sehen es daher als dringend erforderlich an, die Mindestfallzahlen auszuweiten.

Aktuell erstellt der Kanton Zürich die Spitalplanung 2023. Diese ist die Basis für die langfristige Gesundheitsversorgung der Zürcher Bevölkerung. Der Kanton sieht erfreulicherweise für weitere Behandlungen Mindestfallzahlen vor, belässt aber die bestehenden Vorgaben unverändert. Helsana unterstützt die Ausdehnung der Mindestfallzahlen, fordert aber auf Grund der Ergebnisse des Reports für Knie-TEP eine Erhöhung der Vorgabe.

Lesen Sie mehr unter: Spitalreport 2021

Quelle: https://www.helsana.ch/de/helsana-gruppe/medien-publikationen/mitteilungen/spitalreport-2021.html

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