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Die Energiewende schaffen und Strommangel versichern – (k)ein Widerspruch?

Es ist beklemmend, wie das in meinem letzten Beitrag beschriebene Risiko eines grossflächigen Cyber-Angriffs¹ derart rasch an Aktualität gewonnen hat. Dabei sind die Auswirkungen marginal im Vergleich zum Leid, das Menschen durch den Angriff auf die Ukraine erleiden, den Russland vom Zaun gebrochen hat.


Dieser Krieg hat uns schlagartig ein weiteres Risiko vor Augen geführt und an der Zapfsäule oder auf den Gas- und Stromrechnungen spürbar werden lassen. Das Dilemma zwischen wachsendem Energiebedarf, Klimaschutz und Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen, Uran und Lithium aus Ländern mit teils autokratischen Regierungen zeigt sich in diesen Tagen besonders deutlich.

Wie die Energieversorgung nachhaltig und klimafreundlich sichergestellt werden kann, ist heftig umstritten. Eine Patentlösung gibt es nicht. Ein Blick auf Hausdächer und Gebäudefassaden lässt jedoch vermuten, dass das Potenzial zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen längst nicht ausgeschöpft ist. Bestätigt sehe ich meine Beobachtung unter anderem durch den Bericht Energieperspektiven 2050+ des Bundesamtes für Energie vom Dezember 2021. Demnach soll bis 2050 eine Stromerzeugung allein aus Photovoltaikanlagen von 34 TWh möglich sein, also etwa 40 Prozent des bis dahin prognostizierten Stromverbrauchs. 2019 waren es erst 2,2 TWh.2

Bei Helvetia produzieren wir einen signifikanten Anteil unseres Energieverbrauchs am Hauptsitz in St. Gallen mit Photovoltaikanlagen auf den eigenen Firmendächern. Bereits seit 2016 beziehen wir unseren gesamten Elektrizitätsbedarf aus erneuerbaren Quellen.3

Schon früh haben Versicherungsgesellschaften wie Helvetia zudem erkannt, dass beim Bau und beim Betrieb solcher Anlagen ein wachsendes Bedürfnis zur Absicherung der Risiken verbunden ist. Mit Versicherungslösungen für Photovoltaik- oder Erdwärmesonden-Anlagen unterstützen wir Kundinnen und Kunden im ganzen DACH-Raum und in Italien bei ihrem Beitrag zur Energiewende. Die Versicherungsleistungen ergänzen bestehende Deckungen durch staatliche, beziehungsweise gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen wie den kantonalen Gebäudeversicherungen in der Schweiz.

Bei der Lösungssuche zur Vermeidung der Strommangellage kann die Beurteilung ihrer Versicherbarkeit eine konstruktive Orientierungshilfe bieten. Und auch bei diesem Toprisiko zeigt sich wieder: Es braucht eine Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft. Rahmenbedingungen für Versicherungslösungen für die Toprisiken der heutigen Zeit sind dringlich – für mich eine wichtige Erkenntnis aus dem Umgang mit dem lange negierten Toprisiko der Pandemie, wo die eilig gezimmerten Ad-hoc-Lösungen unsere Volkswirtschaften und damit die nächste Generation noch lange belasten.

1 «Folgt auf die Omikron-Welle eine Flut von Cyberangriffen?», Gmür, 2022
2 Technischer Bericht Energieperspektiven 2050+, Bundesamt für Energie, 2021
3 Nachhaltigkeitsbericht Helvetia 2020, Helvetia Insurance Group, 2021

Quelle: https://www.helvetia.com/corporate/web/de/home/medien/publikationen/stories/gmp-toprisks.html

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